Unser Artikel bei der Blog Karlsruhe

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Auch dieses Jahr sind wir wieder mit einem Artikel über unsere Produktion bei Der Blog Karlsruhe zu finden. Sophia Müller unsere Polly und Assistenz der Produktionsleitung hat einen schönen Artikel über 0422unsere Arbeit am Theater geschrieben.

Karlsruher Uni-Triater inszeniert die “Dreigroschenoper”

Von geschäftigen Bettlern, verliebten Huren und der Frage, wovon der Mensch lebt

Das echte Leben ist nicht dafür gemacht, dass der Mensch so leidenschaftlich, so verzweifelt, so euphorisch, so unüberlegt oder so besessen ist, wie es die Charaktere auf der Theaterbühne sein können. Wie könnte also das wahre Leben jemals mit den Geschichten mithalten, die für das Theater erfunden sind!

Man könnte dem Irrtum verfallen, dass es den Studenten einer technischen Universität wie dem KIT am Sinn für Leidenschaft und Kultur mangelt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Ich möchte hier von Leuten berichten, die neben Laborpraktika, Prüfungen in Höherer Mathematik, Jobs und Promotionsordnungen für theoretische Physik eine neue Kulturszene in der Stadt mitformen, nämlich die des Musiktheaters. Nachdem im vergangenen Jahr die Aufführung des Musicals Cats mit sechs ausverkauften Vorstellungen ein voller Erfolg war, wagt sich das sogenannte Triater in diesem Jahr an den inhaltlich und musikalisch anspruchsvollen Stoff der Dreigroschenoper von Bertold Brecht und Kurt Weill heran. Im Juli soll es acht Aufführungen geben.

Die “Dreigroschenoper”: Brechts Klassiker auf der Karlsruher Bühne

In der Dreigroschenoper geht es um den Machtkampf zwischen Egoisten, die teils aufgrund ihrer Armut, teils aufgrund ihrer Profitgier andere Menschen instrumentalisieren und doch den Konflikt zwischen Ausbeutung, Freundschaft und Liebe ertragen müssen. An dem Stück fasziniert mich die mal zum Schreien komische, mal nachdenklich stimmende Ironie, mit der eine korrupte Gesellschaft gezeichnet wird, von der ich mich frage, wie viel davon auf unser Leben übertragbar ist. Außerdem mag ich die schäbig-vornehme Atmosphäre des Londoner Armutsviertels, die von verliebten Huren, geschäftigen Bettlern und korrupten Geschäftsmännern erzählt.

Um dieses Stück auf die Bühne zu bringen, trifft sich das Triater, dem ich auch angehöre, seit letztem Herbst regelmäßig zum gemeinsamen Schauspiel- und Gesangstraining, für die inhaltliche Arbeit am Stück und für die Organisation von Marketing und Kartenvorverkauf und zu gemeinsamen Probenwochenenden. Wer steckt hinter dem Triater? So genau kann man das gar nicht sagen, denn wie im vergangenen Jahr haben sich für die Produktion mehrere Gruppen zusammengeschlossen, um gemeinsam das Triater zu bilden. Dazu gehören die drei studentischen Theatergruppen am KIT, das UniTheater, das Physikertheater, das GeistSoz-Theater und einige weitere Beteiligte. Denn das Projekt steht allen Menschen offen, die sich der studentischen Kulturszene zugehörig fühlen. Und so kommt es, dass längst nicht alle Mitwirkenden studieren, dass das jüngste Produktionsmitglied 11 Jahre alt ist und dass man munkelt, dass es auch Produktionsmitglieder jenseits der 40 gibt.

Nach und nach stoßen auch Mitwirkende für das Orchester, das Bühnenbild, die Technik, die Requisite und die Kostüme hinzu. Insgesamt zählt das Projekt etwa 50 Mitwirkende. Bei so intensiver Zusammenarbeit rückt man eng zusammen und es kann leicht passieren, dass nach den Treffen über das ganze Leben philosophiert wird. Wenn die Szenen geprobt werden, ist es verrückt mit anzusehen, wie ein geschriebener Text und ein paar Noten auf Papier zum Leben erweckt werden. Wie wird es erst sein, wenn die Musik dazu kommt, wenn das Orchester spielt, wenn das Bühnenbild steht und wenn wir unsere Requisiten dazu bekommen? Ich kann es kaum erwarten, dass die 100 Mosaiksteine, an denen wir knapp ein Jahr ehrenamtlich gearbeitet haben, im Juli zusammengeführt werden und wir unser Publikum zu begeistern. Wer etwas mit komischer Tragik oder dem Stil der zwanziger Jahre anfangen kann, oder wer sich dafür interessiert, was die Kultur am KIT zu bieten hat, dem kann ich nur empfehlen sich das Stück im Juli anzusehen oder auch selbst einmal bei einer Produktion mitzuwirken.

Hier geht es zum Online Artikel.

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